Virginias Volksabstimmung zur Wahlkreiseinteilung wurde am 08.05. vom Obersten Gericht des Bundesstaates mit 4-3 abgelehnt, während die Demokraten sofort Berufung beim SCOTUS einlegten
Virginias Wahlkreiseinteilung wurde vom Obersten Gericht des Bundesstaates mit 4-3 abgelehnt, während die Demokraten Berufung beim SCOTUS einlegten. Das Gericht entschied am 08.05., dass demokratische Gesetzgeber gegen den mehrstufigen Änderungsprozess der Staatsverfassung verstoßen haben, als sie am 31.10.2025 die erste Abstimmung abhielten, nachdem die Briefwahl für die Wahlen zum Repräsentantenhaus in jenem Jahr bereits begonnen hatte.
Das Mehrheitsvotum, verfasst von Richter Arthur Kelsey, stellte fest, dass der Verstoß das Referendumsergebnis „unheilbar beschädigt" und es „nichtig und unwirksam macht". Die Demokraten hatten mehr als 66 Millionen Dollar für die Maßnahme ausgegeben, die in der Sonderwahl am 21.04. mit 52 % zu 48 % angenommen wurde.
Die Entscheidung verhindert eine Karte, die den Demokraten 10 der 11 Kongresssitze Virginias sichern sollte – ein Gewinn von vier Sitzen gegenüber dem aktuellen 6-5-Verhältnis zugunsten der Demokraten. Ohne diese Karte gehen die Republikaner mit einem entscheidenden nationalen Vorteil bei der Wahlkreiseinteilung in den November.
Eine von CNBC zitierte Analyse von Issue One ergab, dass die Bemühungen zur Wahlkreiseinteilung im vergangenen Jahr den Republikanern ohne Virginias Karte einen Vorteil von bis zu 12 Sitzen gegenüber den Demokraten verschaffen könnten. Tennessee, Alabama und Louisiana haben seit dem jüngsten Urteil des Obersten Gerichtshofs zum Wahlrecht (Voting Rights Act) alle Schritte unternommen, um ihre Wahlkreiskarten neu zu gestalten. Wie crypto.news berichtete, ist die Kontrolle über das Repräsentantenhaus im November auch die entscheidende Variable für die gesetzgeberische Agenda der Krypto-Industrie im Jahr 2026.
Rep. Suzan DelBene, Vorsitzende des DCCC, erklärte in einer Stellungnahme: „Vier nicht gewählte Richter haben beschlossen, den Willen der Wähler beiseite zu schieben." RNC-Vorsitzender Joe Gruters entgegnete: „Die Demokraten haben gerade gelernt, dass man verliert, wenn man versucht, Wahlen zu manipulieren."
Virginias Demokraten und Generalstaatsanwalt Jay Jones reichten noch am selben Tag einen Antrag beim Staatsgericht ein, um die Vollstreckung des Urteils bis zu einer SCOTUS-Berufung auszusetzen.
Verfassungsrechtsprofessor Carl Tobias an der University of Richmond warnte, dass der SCOTUS dem Fall so spät in seiner Amtszeit mit nahenden Wahlen kaum eine vollständige Behandlung widmen dürfte. Virginias Vorwahlen, die wegen des Referendums auf den 14.08. verschoben wurden, werden nun unter der bestehenden 6-5-Karte stattfinden.


