Senatorin Elizabeth Warren, eine der bekanntesten Krypto-Skeptikerinnen in Washington, richtet ihre Aufmerksamkeit nun auf Tether und den Leiter des Handelsministeriums.
Im Rahmen einer neuen Untersuchung, die auf angebliche nationale Sicherheitsbedenken ausgerichtet ist, haben Warren und Senator Ron Wyden Handelsminister Howard Lutnick aufgefordert, auf Berichte zu reagieren, wonach Tether einen Kredit im Zusammenhang mit einer ausländischen Stablecoin-Vereinbarung gewährt habe, die einen Trust betrifft, von dem Lutnicks vier Kinder profitieren.
Der Kern des Problems liegt laut Bloomberg-Berichterstattung und dem Schreiben der Senatoren im zeitlichen Ablauf von Lutnicks Cantor-Fitzgerald-Veräußerung und einer anschließenden Kreditmeldung in New York.
Die Gesetzgeber weisen darauf hin, dass Bloomberg berichtete, Lutnick habe seinen Cantor-Fitzgerald-Anteil einen Tag nach der Veräußerung an seine Kinder verkauft – nachdem er zuvor Eigentümer einer als „Multi-Milliarden-Dollar-Position" bezeichneten Beteiligung gewesen war.
Einen Tag später – am 07.10.2025 – wurde in New York ein Kreditdokument eingereicht, aus dem hervorgeht, dass Tether einem Trust namens „Dynasty Trust A" einen nicht offengelegten Betrag geliehen habe. In dem Schreiben heißt es, dass Lutnicks vier Kinder die Begünstigten dieses Trusts sind.
Warren und Wyden argumentieren, dass die Vereinbarung, wenn sie zutreffend ist, ernsthafte Fragen über die Beziehung zwischen Lutnick und dem Kryptounternehmen aufwerfen würde und darüber, ob Tether die politischen Entscheidungen eines Kabinettsmitglieds hätte beeinflussen können.
In ihrem Schreiben erklären die Senatoren, sie wollten sicherstellen, dass Tether nicht versucht habe, Lutnick zu bestechen oder Kontrolle bzw. Einfluss über ihn auszuüben. Sie deuten auch an, dass der gemeldete Kredit möglicherweise dazu beigetragen habe, Kapital für Lutnicks Söhne bereitzustellen, um seinen Cantor-Fitzgerald-Anteil zu erwerben, während Tether im Gegenzug ein Interesse an den vom Trust gehaltenen Vermögenswerten der Kinder erlangt habe.
Die Bedenken der Senatoren beschränken sich nicht allein auf unternehmerische Verbindungen. Das Schreiben beschreibt Tether als eine von Kritikern als „Traumwährung" für Geldwäsche betrachtete Kryptowährung und besagt, dass das Justizministerium (DOJ) Tether angeblich wegen möglicher Verstöße gegen Sanktions- und Geldwäschebekämpfungsvorschriften untersuche.
Vor diesem Hintergrund erklären die Gesetzgeber, der gemeldete Kredit sei angesichts Lutnicks enger Beziehung zu Tether vor seiner Nominierung und der im Schreiben erwähnten bevorzugten Behandlung, die Tether im GENIUS Act erhalten habe – dem ersten Stablecoin-Gesetz des Landes, das Präsident Trump im vergangenen Juli unterzeichnet hatte – noch beunruhigender.
Auf der Suche nach Antworten bitten die Gesetzgeber Lutnick, bis zum 13.05. acht konkrete Fragen zu beantworten. Unter anderem fragen sie, ob er gewusst habe, dass Tether dem Dynasty Trust A einen Kredit gewährt habe – wobei dieser Trust als ein Trust zum Nutzen seiner vier Kinder beschrieben wird –, und wenn ja, seine Rolle bei der Beschaffung, Einholung und/oder Aushandlung des Kredits zu erläutern.
Sie fragen auch, ob der Kredit die Veräußerung seines Cantor-Fitzgerald-Anteils finanziert habe, und bitten um Angabe von Höhe und Konditionen des Kredits sowie um eine Kopie des Kreditdokuments.
Die Senatoren fragen darüber hinaus, ob Lutnick – ausdrücklich oder stillschweigend – zugestimmt habe, seine Position als Handelsminister zu nutzen, um Tether zu begünstigen, im Austausch für einen Kredit, der den Erwerb seines Cantor-Anteils durch seine Kinder ermöglichte.
Sie fordern auch Informationen über andere Finanzierungsquellen für die Veräußerung an, einschließlich der Frage, welche sonstigen Mittel dem Dynasty Trust A oder anderen an der Veräußerung beteiligten rechtlichen Einheiten – abgesehen von Tether – Kapital zur Verfügung gestellt hätten.
Beitragsbild von OpenArt, Chart von TradingView.com


