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Morgan Stanley: Fed hält Zinsen bis 2026 – Märkte schockiert, Zinssenkungen auf 2027 verschoben
Morgan Stanley geht nun davon aus, dass die Federal Reserve die Zinsen bis 2026 unverändert beibehält – eine deutliche Abkehr von der früheren Prognose. Die Investmentbank hatte zuvor zwei Zinssenkungen im September und Dezember 2025 erwartet. Nun prognostiziert sie, dass die ersten Senkungen im Januar und März 2027 erfolgen werden, jeweils um 25 Basispunkte. Diese Revision signalisiert einen bedeutenden Wandel im wirtschaftlichen Ausblick.
Am 01.04.2025 aktualisierte Morgan Stanley seine offizielle Prognose für die Federal Reserve. Die Ökonomen des Unternehmens glauben nun, dass die Zentralbank den aktuellen Leitzins für die nächsten zwei Jahre beibehalten wird. Diese Entscheidung resultiert aus anhaltenden Inflationsdrücken und einem robusten Arbeitsmarkt. Die frühere Prognose der Bank hatte angenommen, dass die Inflation schneller abkühlen würde. Stattdessen zeigen Daten aus dem ersten Quartal 2025, dass die Kerninflation über dem 2%-Ziel der Fed verbleibt. Dieser Wandel beeinflusst die globalen Finanzmärkte und die Kreditkosten.
Morgan Stanleys revidierter Zeitplan sieht die erste Zinssenkung im Januar 2027 vor. Eine zweite Senkung würde im März 2027 folgen. Jede Senkung würde den Zinssatz um 25 Basispunkte reduzieren. Das bedeutet, dass die Fed die Zinsen bis Anfang 2027 um insgesamt 50 Basispunkte senken könnte. Die allgemeine Haltung würde jedoch restriktiv bleiben. Das Unternehmen betont, dass die Wirtschaft keinen sofortigen Stimulus benötigt. Stattdessen muss die Fed geduldig bleiben.
Mehrere Faktoren veranlassten Morgan Stanley, die Zinssenkungen zu verschieben. Erstens bleibt der Arbeitsmarkt angespannt. Die Arbeitslosigkeit liegt unter 4 %, und das Lohnwachstum setzt sich in einem gleichmäßigen Tempo fort. Zweitens zeigt der Konsumausgaben keine Anzeichen einer Verlangsamung. Die Einzelhandelsumsatzdaten vom Februar 2025 übertrafen die Erwartungen. Drittens halten geopolitische Risiken die Energiepreise hoch. Diese Bedingungen machen es der Fed schwer, eine Lockerung der Geldpolitik zu rechtfertigen.
Morgan Stanley verweist auch auf hartnäckige Dienstleistungsinflation. Wohnkosten, medizinische Versorgung und Versicherungsprämien bleiben hoch. Das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, der Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE), zeigt eine Kerninflation von 2,8 % im Jahresvergleich. Dies liegt über dem Ziel. Das Unternehmen glaubt, dass die Fed auf überzeugendere Daten warten wird, bevor sie die Zinsen senkt.
Die revidierte Prognose hat unmittelbare Folgen. Hypothekenzinsen werden bis 2026 wahrscheinlich über 6,5 % bleiben. Autokreditzinsen und Kreditkarten-APRs bleiben erhöht. Für Investoren könnten Anleiherenditen weiter steigen. Die 10-jährige US-Staatsanleiherendite könnte erneut 5 % testen. Aktienmärkte könnten Gegenwind erfahren, da höhere Zinsen das Gewinnwachstum der Unternehmen reduzieren. Morgan Stanleys Kunden passen ihre Portfolios nun an ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld an.
Kleine Unternehmen stehen weiterhin unter Druck. Kreditkosten für Expansion und Lagerhaltung bleiben hoch. Viele Unternehmen verschieben Investitionspläne. Dies könnte das Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 verlangsamen. Morgan Stanley stellt jedoch fest, dass die Bilanzen der Verbraucher stark bleiben. Die Schuldendienstquoten der Haushalte sind beherrschbar. Dies bietet einen Puffer gegen einen starken Abschwung.
Die Fed selbst hat Morgan Stanleys Zeitplan nicht bestätigt. Im März 2025 ließ das Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinsen unverändert. Der Dot Plot zeigte, dass die meisten Mitglieder zwei Senkungen im Jahr 2025 erwarten. Jüngste hawkische Kommentare von Fed-Vertretern deuten jedoch auf Geduld hin. Vorsitzender Jerome Powell erklärte, dass die Fed „mehr Vertrauen" brauche, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung 2 % bewegt. Dies deckt sich mit Morgan Stanleys Einschätzung.
Die Märkte reagierten auf die Neuigkeiten. Der S&P 500 fiel am Tag der Ankündigung um 0,8 %. Der US-Dollar erstarkte gegenüber den wichtigsten Währungen. Goldpreise sanken, da höhere Zinsen die Attraktivität von nicht verzinslichen Anlagen verringern. Bitcoin und andere Kryptowährungen verzeichneten ebenfalls Rückgänge. Händler preisen nun eine geringere Wahrscheinlichkeit von Senkungen vor 2027 ein.
Morgan Stanley ist mit seiner Vorsicht nicht allein. Goldman Sachs hat seine erste Zinssenkung kürzlich auf Mitte 2026 verschoben. JPMorgan Chase erwartet Senkungen ab Ende 2026. Morgan Stanley ist jedoch unter den großen Banken am aggressivsten. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Prognosen zusammen:
| Institut | Erste Zinssenkung | Gesamtsenkungen bis Ende 2027 |
|---|---|---|
| Morgan Stanley | Januar 2027 | 50 Basispunkte |
| Goldman Sachs | Mitte 2026 | 75 Basispunkte |
| JPMorgan Chase | Ende 2026 | 50 Basispunkte |
| Bank of America | Anfang 2026 | 100 Basispunkte |
Die Abweichung zeigt Unsicherheit. Jedes Unternehmen verwendet unterschiedliche Modelle für Inflation und Beschäftigung. Morgan Stanleys Prognose spiegelt eine pessimistischere Sicht auf die Inflationspersistenz wider.
Ein Fed-Zinsstopp bis 2026 hat mehrere Folgen. Das Wirtschaftswachstum könnte 2026 auf unter 2 % sinken. Die Aktivität am Wohnungsmarkt bleibt gedämpft. Hausbauunternehmen stehen vor höheren Finanzierungskosten. Der Bestandsimmobilienverkauf könnte in der Nähe von Mehrjahrzehnttiefstwerten bleiben. Die Konsumausgaben, die 70 % des BIP antreiben, könnten sich abschwächen. Der Arbeitsmarkt könnte jedoch stark bleiben. Arbeitgeber könnten weiterhin einstellen, wenn die Nachfrage anhält.
Die Inflation könnte länger über dem Ziel bleiben. Höhere Zinsen dämpfen die Nachfrage, aber Lieferkettenprobleme bestehen weiterhin. Die Rückverlagerung der Fertigung und Investitionen in grüne Energie erhöhen den Kostendruck. Morgan Stanley sieht die Inflation bis Ende 2026 bei 2,5 % stabilisiert. Dies liegt über dem Fed-Ziel, ist aber für den Moment akzeptabel.
Die US-Zinspolitik beeinflusst die globalen Märkte. Schwellenländer sehen sich mit Kapitalabflüssen konfrontiert, da Investoren höhere US-Renditen suchen. Die Stärke des Dollars belastet Währungen in Asien und Lateinamerika. Zentralbanken in diesen Regionen könnten die Zinsen anheben, um ihre Währungen zu verteidigen. Dies könnte den globalen Handel verlangsamen. Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan stehen vor ähnlichen Dilemmata. Sie müssen die inländische Inflation mit den Auswirkungen der US-Politik in Einklang bringen.
Morgan Stanleys Prognose beeinflusst auch die Rohstoffpreise. Ein starker Dollar macht Öl und Metalle für Nicht-US-Käufer teurer. Dies könnte die Nachfrage dämpfen. Angebotsengpässe durch OPEC+ und geopolitische Spannungen halten die Preise jedoch hoch. Der Nettoeffekt ist ungewiss.
Ökonomen vergleichen diese Periode mit Mitte der 2000er Jahre. Von 2004 bis 2006 erhöhte die Fed die Zinsen stetig. Dann hielt sie sie ein Jahr lang, bevor sie 2007 senkte. Der aktuelle Zyklus ist ähnlich. Die Fed erhöhte die Zinsen von nahe null auf über 5 % in den Jahren 2022–2023. Sie hat sie seit Juli 2023 unverändert gelassen. Morgan Stanley erwartet nun, dass dieser Stopp bis 2026 andauert. Dies wäre die längste Pause seit den 1990er Jahren.
„Die Fed priorisiert Glaubwürdigkeit", sagt Ellen Zentner, Morgan Stanleys Chefökonomin für die USA. „Sie können die Zinsen nicht vorzeitig senken und riskieren ein Wiederaufflammen der Inflation. Der Arbeitsmarkt gibt ihnen Spielraum zum Warten." Diese Ansicht wird von vielen ehemaligen Fed-Vertretern geteilt. Sie argumentieren, dass Geduld jetzt eine schmerzhaftere Anpassung später verhindert.
Mehrere Ereignisse könnten Morgan Stanleys Ausblick verändern. Eine Rezession würde die Fed zwingen, die Zinsen früher zu senken. Eine Finanzkrise, wie ein Bankenstress-Ereignis, könnte ebenfalls eine Lockerung auslösen. Andererseits könnte die Fed die Zinsen wieder anheben müssen, wenn die Inflation wieder anzieht. Morgan Stanley weist einer Zinserhöhung im Jahr 2025 eine Wahrscheinlichkeit von 20 % zu. Dies ist ein Tail-Risiko, aber nicht vernachlässigbar.
Politischer Druck auf die Fed ist ebenfalls ein Faktor. Im Wahlzyklus 2024 wurden Forderungen nach niedrigeren Zinsen laut. Im Jahr 2025 könnte ähnliche Rhetorik aufkommen. Die Unabhängigkeit der Fed bleibt jedoch stark. Morgan Stanley geht davon aus, dass die Fed politisches Rauschen ignorieren wird.
Morgan Stanley geht nun davon aus, dass die Fed die Zinsen bis 2026 beibehält und Senkungen auf 2027 verschiebt. Diese Prognose spiegelt anhaltende Inflation und einen starken Arbeitsmarkt wider. Sie hat weitreichende Folgen für Kreditnehmer, Investoren und die Weltwirtschaft. Die Geduld der Fed könnte einen politischen Fehler verhindern, verlängert aber auch den Schmerz für zinssensitive Sektoren. Investoren sollten sich auf ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld vorbereiten. Die nächsten zwei Jahre werden die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft auf die Probe stellen. Morgan Stanleys revidierter Zeitplan bietet eine klare Roadmap für die Planung. Ob andere Institute folgen werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Ära des billigen Geldes kehrt so bald nicht zurück.
F1: Warum hat Morgan Stanley seine Fed-Zinsprognose geändert?
Morgan Stanley revidierte seine Prognose aufgrund anhaltender Inflation, eines angespannten Arbeitsmarkts und robuster Konsumausgaben. Das Unternehmen glaubt nun, dass die Fed die Zinsen bis 2026 beibehält und Anfang 2027 senkt.
F2: Wann erwartet Morgan Stanley die erste Zinssenkung?
Morgan Stanley erwartet die erste Zinssenkung um 25 Basispunkte im Januar 2027, gefolgt von einer weiteren im März 2027.
F3: Wie wird diese Prognose die Hypothekenzinsen beeinflussen?
Hypothekenzinsen werden bis 2026 wahrscheinlich über 6,5 % bleiben. Höhere Fed-Zinsen halten die Kreditkosten für Hauskäufer und Hausbesitzer erhöht.
F4: Ist Morgan Stanleys Prognose hawkischer als die anderer Banken?
Ja, Morgan Stanley gehört zu den hawkischsten. Goldman Sachs erwartet Senkungen Mitte 2026, während JPMorgan sie Ende 2026 sieht. Morgan Stanleys Zeitplan ist der am stärksten verzögerte.
F5: Könnte die Fed die Zinsen anheben, anstatt sie zu halten?
Ja, es gibt eine 20%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung, wenn die Inflation wieder anzieht. Morgan Stanley betrachtet dies als Tail-Risiko, aber nicht als Basisszenario.
F6: Wie beeinflusst diese Prognose die Aktienmärkte?
Höhere Zinsen für längere Zeit reduzieren das Gewinnwachstum der Unternehmen und Aktienbewertungen. Der S&P 500 könnte Gegenwind erfahren, insbesondere bei Wachstumsaktien und zinssensitiven Sektoren.
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