GE Aerospace verzeichnete ein starkes erstes Quartal, doch die Aktie fiel trotzdem – ein bekanntes Muster für ein Unternehmen, bei dem die Messlatte immer höher gelegt wird.
Der EPS lag bei 1,86 $, ein Anstieg von 25 % gegenüber dem Vorjahr, weit vor den 1,60 $, die die Wall Street erwartet hatte. Der Umsatz erreichte 11,6 Milliarden $, ein Plus von 29 %, gegenüber Schätzungen von 10,7 Milliarden $. Die Aufträge waren die herausragende Kennzahl: Kommerzielle Aufträge stiegen im Jahresvergleich um 93 % auf 17,3 Milliarden $, während Verteidigungsaufträge um 67 % auf 6,2 Milliarden $ kletterten.
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Trotz des Beats eröffnete die GE-Aktie am Dienstag niedriger, mit einem Handel um 293,10 $, ein Rückgang von etwa 3,5 %. Sie war im Vormarkthandel unmittelbar nach Veröffentlichung der Ergebnisse um bis zu 2,4 % gestiegen, bevor sie sich umkehrte.
Die Vorsicht in GEs aktualisierter Prognose spiegelt ein verändertes makroökonomisches Umfeld wider. Nach dem Ausbruch des Konflikts mit dem Iran liegen die Benchmark-Ölpreise für 2028 nun etwa 10 $ pro Barrel höher als vor Beginn der Kämpfe. Die Kerosinkosten sind infolgedessen gestiegen, und die Verfügbarkeit wird kurzfristig voraussichtlich knapp sein.
GEs Prognose geht nun davon aus, dass Brent-Rohöl bis zum dritten Quartal erhöht bleibt, bevor es sich bis Jahresende abschwächt. Sie berücksichtigt keine globale Rezession.
Möglicherweise noch aussagekräftiger: GE senkte seine Schätzung für das Wachstum der Flugabgänge für 2026 auf flach bis niedrige einstellige Zahlen, von mittleren einstelligen Zahlen. Abflüge treiben den Triebwerkverschleiß an, und der Triebwerkverschleiß treibt GEs lukratives Dienstleistungsgeschäft an. Dennoch erwartet das Unternehmen in diesem Jahr nur begrenzte Auswirkungen auf den Dienstleistungsumsatz, da der Großteil seiner Wartungsaufgaben für 2026 bereits durch langfristige Verträge gesichert ist.
GE stellte außerdem fest, dass die Nachfrage nach Ersatzteilen das Angebot übersteigt, wobei der Großteil des Lagerbestands bis zum laufenden Quartal gebunden ist.
Das Verteidigungssegment hielt sich gut. Defense & Propulsion Technologies verzeichnete einen Umsatz von 3,2 Milliarden $, ein Plus von 19 % im Jahresvergleich – vor dem im vierten Quartal verzeichneten Wachstum von 13 %. Die Verteidigung machte in Q1 etwa 28 % des Gesamtumsatzes aus.
Die kommerzielle Seite wuchs schneller, um 34 % im Jahresvergleich, obwohl die operativen Margen um etwa 2 Prozentpunkte auf 26,4 % sanken. Der Rückgang spiegelt einen höheren Anteil neuer Triebwerkslieferungen wider, die dünnere Margen aufweisen als das Aftermarket-Teile- und Dienstleistungsgeschäft.
Boeing und Airbus sitzen weiterhin auf Auftragsbeständen, die sich Jahre in die Zukunft erstrecken. Anhaltende Produktionsbeschränkungen bei beiden Herstellern bedeuten, dass Fluggesellschaften ältere Flugzeuge länger halten, was die Nachfrage nach GEs Triebwerkswartungsdienstleistungen direkt unterstützt.
GEs eigene Lieferkette zeigte im Quartal eine schrittweise Verbesserung, wobei die Triebwerkslieferungen aufgrund einer besseren Materialverfügbarkeit stiegen.
Die Aktie erreichte im Februar ein 52-Wochen-Hoch. Sie hatte vor den Ergebnissen bereits 11 % von diesem Höchststand eingebüßt, was die Besorgnis der Anleger über die Spannungen im Nahen Osten und steigende Treibstoffkosten widerspiegelt. Am Dienstag verlor sie nach den Ergebnissen weiteres Terrain.
RBC-Analyst Ken Herbert hatte in einer Vorschaunotiz das kurzfristige Risiko für GEs kommerzielles Dienstleistungsgeschäft durch Reisestörungen im Nahen Osten als „begrenzt" bezeichnet.
Der Beitrag GE Aerospace (GE) Stock Drops 3.5% After Q1 Earnings Beat – Here's Why erschien zuerst auf CoinCentral.

